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Was ist RCM ?

Kläranlagen und Pumpwerke
Ein Betreiber von mehr als 50 Klär- anlagen aller Größenordnungen und von über 160 Pumpwerken mit Einzelleistungen von bis zu 12.000 Liter/Sekunde hat sich für den Einsatz von RCM2 entschieden, um die Einheitlichkeit der Instand- haltungsmaßnahmen sicherzu- stellen. Da der Betrieb der Anlagen auch wesentlich der Umweltgesetz- gebung unterliegt, sollte zudem durch die akkurate Dokumentation der RCM2-Analysen die Gerichts- festigkeit der Entscheidungen sichergestellt werden.
Im Laufe der Analysen zeigten sich wesentliche Unterschiede in Art und Intervallen der Instandhaltungs- maßnahmen, abhängig von den jeweils zuständigen Meistern oder Ingenieuren. Dies, obwohl es sich um gleichartige Anlagen und Betriebsbedingungen handelte. Die Anwendung des RCM2-Verfahrens bringt hier ein einheitliches Wissen in die Bereiche und führte zu erheblichen Einsparungen und verbesserter Verfügbarkeit der Anlagen.
 

 

Hüttenwerk
Nach einigen großen und teuren Ausfällen in einem Hüttenwerk zur Stahlerzeugung, machten sich die verantwortlichen Führungs- kräfte auf die Suche nach einem geeigneten Verfahren, um sicherzustellen, dass schwer- wiegende Ausfälle nur noch mit geringer und tolerierter Wahr- scheinlichkeit auftreten. Man entschied sich für ein Pilotprojekt mit RCM2 an vier verschiedenen produktionsrelevanten Anlagen der Stahlherstellung.
Die Erkenntnisse aus diesen Pilotanalysen waren frappierend. Nicht unbedingt neue Instand- haltungsmaßnahmen sind das Ergebnis, sondern das syste- matische Besprechen der Funktionen brachte den großen Fortschritt. Das Wissen um die wirklichen Funktionen und die Art wie diese ausfallen können, führte zu zahlreichen Vorschlägen für technische Modifikationen und neuen proaktiven Maßnahmen. Nach dem Pilotprojekt entschied man sich, RCM2 auch in den anderen Bereichen des Hüttenwerks anzuwenden und auch für die Analyse eines neuen Hafenkrans während der In- betriebnahmephase einzusetzen.

 

Pharmabetrieb
Ein deutscher Betrieb eines internationalen Pharmakonzerns startete im Rahmen eines globalen Zuverlässigkeitspro- gramms mit RCM2-Analysen der unternehmenskritischen tech- nischen Anlagen. Das Ziel war, die notwendige Zuverlässigkeit der technischen Anlagen sicherzu- stellen um den Anforderungen der internationalen Behörden (wie z. B. der FDA) und den Kunden zu genügen. Als ein weiteres Ziel galt es, im konzerninternen Wettbe- werb, mit Standorten in Asien und Südamerika, eine Spitzenposition zu erringen. Insbesondere im Wettbewerb mit Betrieben in Ländern mit deutlich niedrigem Lohnniveau, sollten hohe Zuver- lässigkeit und Produktionssicher- heit Wettbewerbsvorteile sicher stellen.
Die Einführung einer neuen Zuverlässigkeitskultur durch An- wenden der Methode RCM2, führte zur deutlichen Verbesserung der konzerninternen Bewertung des deutschen Produktionsstandortes.

 

RCM2 bei Neuanlagen
RCM wurde zuerst von der Luftfahrtindustrie, speziell für die Analyse neuer Flugzeuge eingeführt. Im restlichen industriellen Umfeld ist das noch nicht sehr verbreitet, da meist zuerst die Optimierung vorhandener technischer Anlagen im Vordergrund steht. Betriebe mit Erfahrung in der Anwendung des RCM-Verfahrens erkennen jedoch bald, dass dieses Verfahren auch sehr gut für neue Anlagen geeignet ist, besonders wenn es vor der Inbetriebnahme durchgeführt wird.
Ein oft vorgebrachtes Gegenargument, dass keine Erfahrungen und keine Zuverlässigkeitsdaten vorhanden sind, ist eher ein Grund mehr, mit einer RCM-Analyse die neue Anlage zu untersuchen. Die Analyse setzt sich nämlich sehr intensiv und systematisch mit den Funktionen einer Anlage auseinander. Wenn die künftigen Anlagenbetreiber diese Phase der Analyse intensiv begleiten, ist der Lerneffekt, wie die Anlage funktioniert oder funktionieren soll, beträchtlich. Auch der Anlagenhersteller profitiert in dieser Phase, indem er Schwachstellen erkennt und diese oft noch vor der Inbetriebnahme oder Übergabe beseitigt.
Beispiele für Analysen neuer Anlagen: Hafenkrananlage 26 to für Kohle und Erz in einem Hüttenwerk, Hochleistungs- Membranfilteranlage 75 l/s in einer Kläranlage, Dampfkessel 5 to/h mit Pelletfeuerung (z.Zt. größte Anlage Europas) in einem Pharmabetrieb.